ORCHESTERWERKE: REQUIEM
Taschenpartitur
Aufführungsmaterial
Biographie
Notenbeispiel
Maximilian Stadler
(1748-1833)
Requiem
c-moll (1820)

herausgegeben von Bruno Brandstätter OSB

Taschenpartitur
Titelblatt: Requiem in c-moll von Maximilian Stadler
Diese Taschenpartitur hat ein
graues Titelblatt
mit schwarzem Aufdruck.
Format: 22,4 x 16,6 cm
Handelspreise ohne Mwst.!
Preis der Taschenpartitur:No.19P/570EUR 19,18
Aufführungsmaterial
Von diesem Werk haben wir noch kein Aufführungsmaterial erstellt!
Preis der Dirigierpartitur:No.19D/570EUR 43,60
(Format: A4, 29,7 x 21cm, 167 Seiten, spiralisiert)
Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Interesse an der Erstellung des Aufführungsmaterials haben!.
Biographie
Johann Karl Dominik Stadler wurde am 4. August 1748 in Melk geboren. Seine musikalische Ausbildung begann bei Johann Leuthner, Baß am Benediktinerstift Melk; 1758 kam er als Chorknabe ins Stift Lilienfeld, wo er Violine, Clavier und Orgel zu spielen lernte und sich erstmals in der Komposition versuchte. In den Ferien besuchte er Melk, um die Musik des neubestellten Organisten Johann Georg Albrechtsberger kennenzulernen.
Ab 1762 war Stadler Zögling im Jesuitenkolleg in Wien, und im November 1766 trat er als Novize unter dem geistlichen Namen Maximilian ins Benediktinerstift Melk ein. Am 13. Oktober 1772 erhielt er die Weihe und leitete darauf die theologischen Studien im Stift. Im Zuge der josephinischen Neuregelung des Pfarrwesens wurde Stadler 1783 Kaplan in Wullersdorf, schon ein Jahr darauf aber im Stift Melk zum Prior gewählt. 1786 wurde er von Joseph II. zum Abt des Stiftes Lilienfeld bestellt, und nach dessen Aufhebung gelangte er 1789 als Abt ans Stift Kremsmünster.
Nach dem Tode Josephs II. am 20. März 1790 beendete dessen Bruder Leopold II. die kirchlichen Reformen und die Klosteraufhebungen. Stadler übersiedelte im Jänner 1791 als Konsistorialrat des Bischofs nach Linz, 1796 dann nach Wien, wurde 1803 seiner Ordenspflichten enthoben und zum Titularkanonikus von Linz ernannt, blieb aber als Pfarrer von Altlerchenfeld in Wien. 1810 wechselte er nach Großkrut im niederösterreichischen Weinviertel, wo er bis 1815 Pfarrer war. Seinen Alterssitz verlegte er wieder nach Wien, wo er am 8. November 1833 starb.
Stadler war ein komponierender Gelehrter, der wohl schon in seiner Melker Zeit geistliche und weltliche, dramatische und instrumentale Musik komponierte und auch das Clavierspiel beherrschte. Persönliche Bekanntschaft verband ihn mit Haydn, Wanhal, Salieri, Beethoven und Schubert. Stadlers geistliche Werke behandeln nicht nur die lateinischen liturgischen Texte, er vertonte auch von Moses Mendelsohn vom Althebräischen ins Deutsche übersetzte Psalmen. Sein 1813 uraufgeführtes Oratorium „Die Befreiung von Jerusalem“ über den ersten Kreuzzug (bei dem das „christliche“ Kreuzfahrerheer die Muslime und Juden der Stadt als „Ungläubige“ gnadenlos abschlachtete) festigte seinen Ruf auch international.
Ab 1796 beriet Stadler Constanze Mozart bei der Aufarbeitung und Verwertung des Mozart-Nachlasses, er katalogisierte zwischen 1798 und 1799 die Mozart-Handschriften und vervollständigte zahlreiche Fragmente Mozarts, sowie auch anderer Komponisten (eine Messe Georg Bendas und ein Requiem Florian Leopold Gassmanns). 1826 - 1827 verteidigte Stadler die Echtheit des Mozart-Requiems gegenüber der Allgemeinen Musikalischen Zeitung.
Stadler erstellte kammermusikalische Arrangements von Werken Mozarts, Beethovens, Cherubinis, Dalayracs und Glucks, gab Musik der Renaissance und des Barocks heraus, und beschäftigte sich mit außereuropäischer Musik des Islam. Als Leiter der kaiserlichen Musiksammlung begann er mit der Arbeit an den Materialien zur Geschichte der Musik unter den österreichischen Regenten. 1821 wurde er Ehrenmitglied des Steiermärkischen Musikvereins, 1826 der Gesellschaft der Musikfreunde. Sein musikalischer und musikwissenschaftlicher Nachlaß ist hauptsächlich im Musikarchiv des Stiftes Melk, der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek und den Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde zu finden.
Maximilian Stadler legte den Schwerpunkt seines musikalischen Schaffens naturgemäß auf die geistliche Musik. Von seinen 8 Messen sind 5 erhalten, neben dem hier vorliegenden 1820 entstandenen c-moll Requiem schrieb er ein Jahr später ein weiteres kleineres in F-Dur. Neben diesen großen liturgischen Werken sind zahlreiche kleinere überliefert, ebenso die erwähnten Psalmenvertonungen und geistliche Gesänge.
Unter der weltlichen Vokalmusik verdient neben dem bereits erwähnten Oratorium, einigen Kantaten, zahlreichen Liedern, mehrstimmigen Hymnen und Gesängen noch eine Kantate, „Die Frühlingsfeier“ als Vertonung eines Texts von Klopstock, besondere Aufmerksamkeit.
Das überlieferte instrumentale Werk beschränkt sich neben Claviersonatinen und -sonaten, einer Variation über den Walzer von Diabelli, Rondos, Tänzen, Variationen und Fugen für Clavier oder Orgel auf Kammermusik für Streicher (Quartette und verlorengegangene Trios), ein Divertimento für Flöte und Streicher sowie Orchestermenuette. Die zwei Cellokonzerte und eine Hornsonate sind nicht erhalten.
Dr. Heinz Anderle Dr. Heinz Anderle ist wissenschaftlicher Berater des Musikverlages Wolfgang Kiess. Er ist Initiator der vorliegenden Serie von Werken.
Notenbeispiel
Requiem, Partitur
Requiem in c-moll von Maximilian Stadler, Partitur
copyright: Wolfgang Kiess updated: